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Der perfekte Bewerber

Auslandserfahrung, mindestens zwei weitere Sprachen und gute Abschlussnoten. Diese hohen Anforderungen haben Unternehmen und Personaler an ihre Bewerber. Was aber wirklich wichtig ist zeigt sich an anderer Stelle.

Das Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universität Bamberg gibt in seiner jährlichen Studienreihe "Recuiting-Trends" Einblicke in aktuelle Trends im Bereich Recruiting & Job. Unter anderem wird untersucht, was die wichtigsten Auswahlkriterien für Großunternehmen in Deutschland sind.

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Foto von Marten Bjork / Unsplash

Ein hypothetisch perfekter Bewerber für eine Stelle im Marketing ist ungefähr 29 Jahre alt, hat einen Masterabschluss, rund 9 Semester studiert, davon eines im Ausland und sein Studium an einer Universität abgeschlossen. Neben seiner Muttersprache hat er sehr gute Kenntnisse in ein bis zwei weiteren Sprachen. Außerdem sollte er zwei Praktika im Inland und ein Praktikum im Ausland absolviert haben und bereits als Werkstudent oder Praktikant für das einstellende Unternehmen tätig gewesen sein.

Sollte man diesen hohen Ansprüchen gerecht werden, so hat man sehr gute Chancen bei einem der Top-1000 Unternehmen in Deutschland einen Job zu finden. Aber auch ohne einen solchen makelosen Werdegang kann man überzeugen, wenn man auf die Dinge achtet die in den Augen der befragten Unternehmen besonders wichtig sind.

Die Top-3 Auswahlkriterien über alle Branchen hinweg sind Persönlichkeit, Soft Skills und Praxiserfahrung. Hier bestätigt sich der Trend der letzen Jahre, dass diese sogenannten weichen Einstellungskriterien für Unternehmen immer wichtiger werden. Ein Grund für diesen Trend ist die Ausrichtung vieler Unternehmen in Richtung Training-on-the-Job, bei dem jeder Mitarbeiter viel stärker als früher mit Weiterbildungsmaßnahmen und Coaches im laufe seiner Karriere unterstützt wird. Soft Skills zu trainieren, gilt dagegen als äußerst aufwendig.

Aber auch eine gute Abschlussnote im Studium ist dabei vielen der befragten Unternehmen wichtig bis sehr wichtig und gute Englischkenntnisse sind Pflicht. Der Ruf der Hochschule spielt genauso wie die Einhaltung der Regelstudienzeit eher eine Nebenrolle.

Auf diese Punkte kommt es in der Bewerbung an

Bei der Bewerbung kommt es im ersten Schritt auf einen überzeugenden Lebenslauf und eine klar strukturierte Bewerbung an. Übersichtlichkeit ist hier wichtiger als kreatives Design und Rechtschreibfehler disqualifizieren einen Kandidaten sofort. Zeugnisse und Referenzen sollten unbedingt mitgeschickt werden, da diese den befragten Unternehmen teilweise wichtiger sind als das Anschreiben.
Unerklärte Lücken im Lebenslauf und Anschreiben die offensichtlich nicht auf die Stellenbeschreibung angepasst wurden, führen schnell zu Absagen.

Immer wichtiger werden auch Kurzprofile in einem Karrierenetzwerk (z.B. Xing,
LinkedIn). Hier sollte darauf geachtet werden, dass alle Informationen auf einem aktuellen Stand sind.

Beachtet man diese Punkte bei der Bewerbung, steigen die Chancen zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden stark an. Am Ende sind 81% der befragten Unternehmen der Meinung, dass Praxiserfahrung einen sehr guten Studienabschluss in Regelstudienzeit schlägt. Also lasst euch während des Studiums ruhig etwas Zeit und nutzt diese Zeit sinnvoll für Auslandssemester, Praktika oder Sprachkurse, denn beim Bewerbungsgespräch ist es eure Persönlichkeit die letztendlich entscheidet.


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